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Klassische Periodisierung

Klassische Periodisierung ist der lineare Aufbau des Trainings von der Basis zur Wettkampfform in festen, aufeinander aufbauenden Trainingsphasen.

Definition

«Klassische Periodisierung» bezeichnet den linearen Aufbau des Trainings in aufeinanderfolgenden Phasen, die von einer breiten Grundlage über spezifische Aufbauphasen bis zur Wettkampfform führen. Das Modell geht auf die Arbeiten von Lew Matwejew in den 1960er-Jahren zurück und wird auch «traditionelle Periodisierung» genannt.

Der Grundgedanke: Umfang zuerst, Intensität später. Jede Phase bereitet die nächste vor, und die Belastung wird über die Saison spezifischer, bis sie in der Wettkampfphase ihren Höhepunkt erreicht.

Warum das zählt

Die klassische Periodisierung ist das am weitesten verbreitete Planungsmodell im Ausdauersport, weil es einfach, nachvollziehbar und für eine Saison mit einem klaren Hauptziel gut geeignet ist. Der lineare Ablauf reduziert das Risiko, zu früh zu intensiv zu trainieren.

Die Schwäche liegt in der Starrheit. Das Schema behandelt Athletinnen und Athleten unabhängig von ihren tatsächlichen Defiziten gleich und eignet sich schlecht für Saisons mit mehreren Höhepunkten. Die individuelle Periodisierung setzt genau hier an.

PhaseSchwerpunktTypische DauerIntensität
VorbereitungWiedereinstieg, Technik, Kraft2–4 WochenTief
Basis 1Aerobe Grundlage, Umfang aufbauen3–4 WochenTief
Basis 2Umfang steigern, erste Tempoanteile3–4 WochenTief bis mittel
Basis 3Maximaler Umfang, Schwellenanteile3–4 WochenMittel
Aufbau 1Wettkampfspezifische Intensität3–4 WochenMittel bis hoch
Aufbau 2Spezifische Belastung, Umfang sinkt3–4 WochenHoch
Peak 1 und 2Tapering, Frische, Rennsimulation1–2 WochenHoch, kurz
RennphaseWettkämpfe, Erhaltung1–3 WochenWettkampf
ÜbergangRegeneration, unspezifisch2–4 WochenSehr tief

Je nach Formstand und Ziel werden die Phasen unterschiedlich gewichtet. Bei einem wenig trainingsgewohnten Athleten kann Basis 1 mehrere Wochen länger dauern, bei einer erfahrenen Athletin geht es nach einem Block bereits in Basis 2 über. Diese Gewichtung ist eine der Hauptaufgaben von Coaches und setzt Kenntnis der Anpassungsgeschwindigkeit ihrer Athletinnen und Athleten voraus.

Wie obseed das misst

obseed bildet Trainingsphasen in der Planung ab und stellt Wochen- und Phasenumfänge den tatsächlich absolvierten Einheiten gegenüber. Zeit in Zonen pro Phase zeigt, ob eine Basisphase wirklich in der Grundlage stattfand oder ob sich Intensität eingeschlichen hat.

Die Referenz für Zonen und Intensitäten sind die hinterlegten Leistungskenndaten. Eine Diagnostik zu Beginn und am Ende der Basisphasen zeigt, ob der Aufbau die gewünschte Wirkung hatte, bevor die intensiven Phasen beginnen.

Beispiel

Ein Radsportler plant einen Wettkampf in 28 Wochen und verteilt die Phasen wie folgt:

Vorbereitung   3 Wochen   Woche 1–3      6 h/Woche
Basis 1        4 Wochen   Woche 4–7      8 h/Woche
Basis 2        4 Wochen   Woche 8–11    10 h/Woche
Basis 3        4 Wochen   Woche 12–15   12 h/Woche
Aufbau 1       4 Wochen   Woche 16–19   11 h/Woche
Aufbau 2       4 Wochen   Woche 20–23   10 h/Woche
Peak           2 Wochen   Woche 24–25    7 h/Woche
Rennphase      2 Wochen   Woche 26–27    5 h/Woche
Übergang       1 Woche    Woche 28       2 h/Woche

Der Umfang steigt bis Basis 3 auf 12 Stunden und fällt danach, während die Intensität zunimmt. In Basis 1 liegen über 85 % der Zeit in Zone 1 und 2, in Aufbau 2 sind es noch etwa 60 %, der Rest verteilt sich auf Schwelle und darüber. Jede vierte Woche ist eine Entlastungswoche mit etwa 60 % des Umfangs.

Kategorien

  • Trainingsphasen
  • Trainingsplanung