Periodisierung
Periodisierung ist die langfristige Gliederung des Trainings in Phasen mit eigenen Schwerpunkten, damit die Form zum Hauptziel den Höhepunkt erreicht.
Definition
«Periodisierung» bezeichnet die planmässige Gliederung des Trainings über einen längeren Zeitraum in Phasen mit jeweils eigenem Schwerpunkt. Ziel ist, dass die Form nicht zufällig, sondern zum Zeitpunkt des Hauptwettkampfs ihren Höhepunkt erreicht.
Die Periodisierung arbeitet mit drei ineinander verschachtelten Ebenen: Makrozyklen (Saison), Mesozyklen (Trainingsblöcke) und Mikrozyklen (Wochen). Sie legt fest, in welchem Zyklus welche Trainingsreize gesetzt werden.
Warum das zählt
Der Körper kann nicht alle Fähigkeiten gleichzeitig maximal entwickeln. Grundlagenausdauer, Schwellenleistung und Spitzenleistung brauchen unterschiedliche Reize, und manche davon konkurrieren miteinander. Die Periodisierung ordnet sie in einer sinnvollen Reihenfolge an.
| Modell | Reihenfolge | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Klassisch (linear) | Umfang zuerst, Intensität später | Langdistanz, Saisonaufbau ab Winter |
| Umgekehrt | Intensität zuerst, Umfang später | Kurze Vorbereitungszeit, Bahnradsport |
| Block | Konzentrierte Blöcke einer Fähigkeit | Erfahrene mit hoher Trainingsdichte |
| Individuell | Reihenfolge nach Diagnostik | Athletinnen und Athleten mit klarer Schwachstelle |
Das individuelle Modell ist in der Praxis meist das sinnvollste: Wer laut Spiroergometrie eine hohe Schwelle, aber einen schwachen Fettstoffwechsel hat, braucht eine andere Reihenfolge als jemand mit dem umgekehrten Profil.
Wie obseed das misst
obseed legt die Periodisierung als Abfolge von Phasen an und verknüpft jede Phase mit einer Ziel-Intensitätsverteilung. Die Zonen stammen aus der metabolischen Diagnostik, nicht aus einem FTP-Schätzwert, weil ein 20-Minuten-Feldtest die Lage der ventilatorischen Schwellen um mehrere Prozent verfehlen kann.
Über Chronic Training Load (CTL), Acute Training Load (ATL) und Training Stress Balance (TSB) prüft obseed, ob der Formaufbau dem Plan folgt. Kontrolltests am Ende jeder Phase zeigen, ob die Schwellen sich verschoben haben und die Zonen für die nächste Phase angepasst werden müssen.
Beispiel
Ein Radfahrer bereitet sich auf ein Bergrennen am 20. Juni vor. Die Diagnostik im November zeigt eine erste ventilatorische Schwelle bei 190 W und eine zweite bei 270 W, die maximale Fettoxidation liegt bei 0,45 g/min.
| Phase | Zeitraum | Ziel | Kontrollwert |
|---|---|---|---|
| Grundlage | Dez–Feb | Fettstoffwechsel, Umfang | Fettoxidation auf 0,55 g/min |
| Aufbau | Mär–Apr | Schwelle anheben | VT2 auf 280 W |
| Spezifisch | Mai | Bergintervalle bei 290–310 W | 20-Minuten-Bestleistung |
| Taper | 1.–20. Jun | Frische | TSB auf +10 bis +20 |
Die CTL soll von 45 im Dezember auf 95 Ende Mai steigen. Die Diagnostik im März ergibt eine VT2 von 278 W; die Zonen der Aufbauphase werden daraufhin um 3 % nach oben korrigiert. Ohne diese Messung hätte der Athlet die letzten Wochen des Blocks unterhalb seiner tatsächlichen Schwelle trainiert.
Quellen
- Bompa, T. O. & Haff, G. G.: «Periodization: Theory and Methodology of Training».
- Issurin, V.: Arbeiten zur Blockperiodisierung.
Kategorien
- Trainingsplanung
- Trainingsphasen